06.10.2005
© by Rupert Vogl
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Sigma 18-50 1:2.8 EX vs. Canon EF-S 17-85 1:4-5.6 IS USM
Das Sigma 18-50 EX und das Canon EF-S 17-85 IS haben einiges gemeinsam und sind doch so verschieden. Beide sind ausschließlich für die Sensorgröße APS-C gerechnet, das Canon lässt sich gar nur an Canon EOS mit EF-S Bajonett montieren, und beide bieten einen ähnlichen Bildwinkel bei der Anfangsbrennweite und eignen sich prima als "Immer-drauf-Objektiv". Soviel zu den Gemeinsamkeiten. Das Canon verfügt über Bildstabilisator-Technik, das Sigma glänzt mit zwei vollen Blenden mehr Lichtstärke.
Bei diesem kurzen Praxisvergleich geht keiner der beiden Kontrahenten als klarer Sieger hervor. Dies soll auch nicht das Ziel dieses Vergleichs sein. Vielmehr sollen die Vorzüge beider Objektive gezeigt werden, sodaß jeder für seinen Anspruch die richtige Wahl treffen kann.
Vergleich bei Weitwinkel. Das Sigma zeigt erwartungsgemäß einen minimal kleineren Bildwinkel, da 18 mm statt 17 mm. Die roten Rechtecke markieren die 100% Ausschnitte (s. unten). Das Canon zeigt bei Offenblende etwas stärkere Abschattungen. Vergleich bei 50 mm. Das Sigma hat einen etwas größeren Bildwinkel als das Canon, trotz gleicher Brennweite. Auch bei 50 mm und Offenblende gibts beim Canon noch Abschattungen in den Ecken.
100% Ausschnitt der Bildmitte. Das Sigma bei f/2.8 etwas soft, abgeblendet verhalten sich beide Objektive sehr ordentlich und gewinnen an Schärfe. 100% Ausschnitt Bildränder. Beide Objektive zeigen abnehmende Schärfe zum Bildrand hin. Farbsäume sind bei beiden deutlich zu sehen, beim Canon jedoch noch stärker.
100% Ausschnitt des 50 mm Beispiels. Gleiches Verhalten wie bei Weitwinkel. Beide Objektive gewinnen durch Abblenden deutlich an Schärfe. Linker und rechter Bildrand des 50 mm Beispiels. Schärfeabfall geringer als bei Weitwinkelstellung.
Lichtstärke vs. Bildstabilisator.
Zumindest bei 50 mm kann das Sigma dank Blende f/2.8 dem Canon IS paroli bieten. Dank meiner ruhigen Hände gelang mit 1/60s ein verwacklungsfreies Foto aus der Hand. 1/15s waren beim Canon erforderlich, was genau zwei Blenden ausmacht.
Bei Weitwinkel schauts anders aus. Hier ist das Canon EF-S 17-85 im Vorteil, da das Sigma nur noch eine Blende Vorsprung hat, das Canon hier jedoch dank IS zwei Blenden - vielleicht sogar drei - gut machen kann.
Helleres Sucherbild.
Ein Vorteil Lichtstarker Objektive ist das hellere Sucherbild.
Sigma 18-50 f/2.8 EX
Je größer die Blendenöffnung, desto größer der Gestaltungs- spielraum. Schärfe- Unschärfespiele wie bei diesem Beispiel, mit softem Bokeh sind die großen Stärken lichtstarker Optiken.
Canon EF-S 17-85 IS
Für tolle Mitzieher sind lange Belichtungszeiten erforderlich, die aus der Hand nur mit Bildstabilisator möglich sind. Ein Stativ wäre hier eher unpraktisch und unflexibel. Das 17-85 verfügt über keinen IS-Modus Wahlschalter wie z. B. das EF 100-400 L IS. Mitzieher sind dennoch möglich, wie man an diesem Beispiel sieht.
Für wen ist nun welches Objektiv am besten geeignet? Schwer zu sagen!
Der Bildstabilisator kann die kurzen Belichtungszeiten einer lichtstarken Optik nicht ersetzen. Wer oft bei ungünstigen lichtverhältnissen Bewegungen "einfrieren" will, hat mit dem Sigma die größere Chance - vorausgesetzt der Brennweitenbereich ist ausreichend. Das Sigma ist in der Anschaffung günstiger, bei mehr Ausstattung (Köcher, Gegenlichtblende). Die geometrischen Verzeichnungen und Farbsäume sind geringer.
Erst einmal vom Bildstabilisator verwöhnt, will man ihn kaum noch missen. Der Brennweitenbereich ist mit 17-85 mm sehr groß und somit als "Immerdrauf" hervorragend geeignet. Der Preis ist allerdings deutlich höher und eine Gegenlichtblende muß extra gekauft werden. Die Farbsäume und Randabschattungen sind beim Canon deutlich ausgeprägter, aber per EBV (z. B. mit PT Lens) schnell in den Griff zu kriegen. Die Fokussierung geht dank USM (mit FTM) etwas schneller.
Hoch